Um Streuner sollen sich nach dem Willen der Grünen künftig Ordnungsbehörden kümmern.
WIESBADEN (dpa). Hessens Jäger sollen künftig nicht mehr auf streunende Katzen und Hunde schießen dürfen. Das sieht zumindest ein Gesetzentwurf der Grünen zum Landesjagdgesetz vor, der gestern in Wiesbaden vorgestellt wurde.
Die Partei verlangte auch ein Verbot von Totschlagsfallen und forderte, die bedrohten Tierarten Iltis, Baummarder und Wiesel von der Liste der zum Abschuss freigegebenen Tiere zu nehmen. Der Landtag wird voraussichtlich noch im Juni über das neue Jagdgesetz entscheiden. Das Jagdgesetz müsse mit dem Naturschutz, dem Tierschutz sowie einer nachhaltigen Forst- und Landwirtschaft in Einklang gebracht werden, verlangte der Grünen-Abgeordnete Daniel May. Seiner Einschätzung nach gibt es in Hessen aus einer falschen Jagdkultur und -tradition heraus eindeutig zu viel Wild, das Pflanzen und Bäume verbeiße. Die Waldbesitzer - darunter das Land Hessen und zahlreiche Kommunen - müssten immer höhere Millionenbeträge aufwenden, um jungen Wald nachzupflanzen oder vor Verbiss zu schützen. In diesem Zusammenhang wollen die Grünen die Wildfütterung komplett verbieten und deutlich höhere Abschussquoten für Rehe und Rotwild durchsetzen.
Die Schüsse auf streunende Hunde und Katzen sind den Jägern bislang ab einem Radius von 300 Metern außerhalb von Siedlungen erlaubt. Den Grünen zufolge werden jedes Jahr um die 1200 Katzen und etwa ein Dutzend Hunde in Hessen erschossen.
May räumte ein, dass verwilderte Hunde gefangen oder getötet werden müssten. Diese Aufgabe sollte aber den Ordnungsbehörden und nicht den Jägern übertragen werden.
Der hessische Landesjagdverband verteidigte die Abschusspraxis. Es gehe insbesondere darum, Schäden bei den zahlreichen Vogelarten zu vermeiden, erklärte Sprecher Klaus Röther. Er erinnerte die Besitzer von Haustieren an ihre Verantwortung. Es sei gerade wieder die Zeit, wo tausende Hunde und Katzen ausgesetzt würden, die dann Schäden anrichteten. Nach Schätzung der Jäger werden jährlich in Hessen 3000 Rehe von streunenden Hunden gerissen. Diese verletzten das Rehwild schwer, statt es wie Wölfe gleich zu töten. Auch die Regierungsfraktionen CDU und FDP lehnten die Vorschläge ab. Es würden ausschließlich verwilderte Katzen geschossen, die Vögel bedrohten. Zudem seien die von den Grünen behaupteten Schäden durch das Wild „weit überzogen", erklärte der CDU-Abgeordnete Walter Arnold. Die von CDU und FDP vorgelegte Novelle des Jagdgesetzes sorge dagegen für einen ausgewogenen Interessenausgleich zwischen Jägern, Tierschützern und Grundbesitzern.







